Virtuelles Wasser und Water Footprint

Definition

Virtuelles Wasser (Virtual Water) ist die Gesamtmenge an Wasser, die fĂŒr die Herstellung eines Produkts benötigt wird – von der Produktion der Rohstoffe bis zum fertigen Produkt.

Der Begriff wurde 1993 von Tony Allan (King’s College London) eingefĂŒhrt. DafĂŒr erhielt er 2008 den Stockholm Water Prize.

Water Footprint (Wasserfußabdruck) erweitert das Konzept auf Konsummuster und macht den direkten und indirekten Wasserverbrauch sichtbar.

Bedeutung:

Konzept des virtuellen Wassers

Grundidee

Wenn ein wasserarmes Land wasserintensive Produkte importiert (z.B. Weizen, Rindfleisch), importiert es indirekt das Wasser, das fĂŒr deren Produktion nötig war.

Beispiel:

→ Ägypten “spart” Wasser durch Import!

Komponenten des Water Footprints

1. GrĂŒnes Wasser (Green Water):

2. Blaues Wasser (Blue Water):

3. Graues Wasser (Grey Water):

Berechnung Water Footprint:

WF = WFgreen + WFblue + WFgrey

Aktuelle Forschung:

Virtuelles Wasser in Produkten

Lebensmittel

Tierische Produkte (sehr wasserintensiv):

ProduktVirtuelles Wasser (Liter)
1 kg Rindfleisch15.400 L
1 kg Schweinefleisch5.990 L
1 kg GeflĂŒgel4.330 L
1 kg KĂ€se5.000 L
1 Liter Milch1.000 L
1 Ei200 L

Warum so viel Wasser fĂŒr Rindfleisch?

Pflanzliche Produkte:

ProduktVirtuelles Wasser (Liter/kg)
Weizen1.830 L
Reis2.500 L
Mais1.220 L
Sojabohnen2.140 L
Kartoffeln290 L
Tomaten210 L
Äpfel820 L
Kaffee (geröstet)18.900 L/kg
Schokolade17.200 L/kg

GetrÀnke:

GetrÀnkVirtuelles Wasser
1 Tasse Kaffee (125 ml)140 L
1 Glas Wein (125 ml)110 L
1 Glas Bier (250 ml)75 L
1 Liter Orangensaft1.000 L

Industrieprodukte

Textilien:

ProduktVirtuelles Wasser
1 Baumwoll-T-Shirt (250 g)2.700 L
1 Jeans (800 g)10.800 L
1 Paar Lederschuhe8.000 L

Baumwolle ist besonders wasserintensiv:

Elektronik:

ProduktVirtuelles Wasser
1 Smartphone12.760 L
1 Laptop190.000 L
1 Mikrochip (2 g)32 L

Warum?

Energie

EnergietrÀgerVirtuelles Wasser
1 L Benzin3-6 L Wasser
1 kWh ElektrizitÀt (Kohle)100-300 L
1 kWh ElektrizitÀt (Biomasse)500-2.000 L
1 kWh ElektrizitÀt (Solar PV)20-40 L
1 kWh ElektrizitÀt (Wind)<1 L

Agrotreibstoffe besonders kritisch:

Water Footprint von LĂ€ndern

Pro-Kopf-Wasserfußabdruck

Global:

Höchster Wasserfußabdruck:

  1. USA: 2.842 mÂł/Person/Jahr
  2. Australien: 2.315 mÂł/Person/Jahr
  3. Italien: 2.332 mÂł/Person/Jahr
  4. Spanien: 2.461 mÂł/Person/Jahr

Niedriger Wasserfußabdruck:

  1. China: 1.071 mÂł/Person/Jahr
  2. Indien: 1.089 mÂł/Person/Jahr
  3. Nigeria: 938 mÂł/Person/Jahr

Deutschland:

Zusammensetzung (Deutschland):

Aktuelle Daten:

Globaler Wasserhandel

Virtual Water Trade

Prinzip:

NettoflĂŒsse:

GrĂ¶ĂŸte Netto-Exporteure (virtuelles Wasser):

  1. USA: 242 kmÂł/Jahr (vor allem Getreide, Soja)
  2. Brasilien: 112 kmÂł/Jahr (Soja, Rindfleisch, Kaffee)
  3. Argentinien: 98 kmÂł/Jahr (Soja, Rindfleisch)
  4. Kanada: 91 kmÂł/Jahr (Getreide)
  5. Australien: 89 kmÂł/Jahr (Weizen, Rindfleisch)

GrĂ¶ĂŸte Netto-Importeure:

  1. USA (auch Importeur!): 234 kmÂł/Jahr
  2. Japan: 127 kmÂł/Jahr
  3. Deutschland: 125 kmÂł/Jahr
  4. China: 121 kmÂł/Jahr
  5. Italien: 101 kmÂł/Jahr

Wichtigste Handelsströme:

Bedeutung:

Aktuelle Forschung:

Kritische Aspekte und Probleme

1. Nicht-nachhaltiger Wasserexport

Beispiel: Kalifornien (USA)

Beispiel: Indien

Beispiel: Usbekistan

2. Graues Wasser und Verschmutzung

Problem:

Beispiel:

3. Lokale vs. globale Wasserknappheit

Kritik:

Aber:

Anwendungen und Politikimplikationen

1. Wassersicherheit

Virtual Water Trade als Strategie:

Risiken:

2. Wassereffizienz

Wo sollten wasserintensive Produkte produziert werden?

Problem:

3. Konsumverhalten

Wasserbewusster Konsum:

Water Footprint Labels:

Berechnung des persönlichen Wasserfußabdrucks

Online-Rechner:

Kategorien:

Durchschnitt Deutschland: 5.300 L/Tag

Reduktionspotenzial:

Kritik am Virtual-Water-Konzept

1. Methodische Probleme:

2. Ökonomische Kritik:

3. Politische Dimension:

Aber:

Aktuelle Forschung:

Didaktische Ressourcen

Interaktive Tools:

Unterrichtsmaterialien:

Videos:

Literatur

Grundlegende Arbeiten:

Aktuelle Forschung:

Berichte:

Zeitschriften:


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